Bewertung ausländischer Schulabschlüsse

Sie haben einen Schulabschluss im Ausland erlangt und möchten in Niedersachsen eine Ausbildung absolvieren oder eine Berufstätigkeit aufnehmen?

Dann gelten folgende Regelungen:

1. Sie möchten eine gymnasiale Oberstufe oder eine berufsbildende Schule in Niedersachsen besuchen?

Die Gymnasien, Gesamtschulen und berufsbildenden Schulen prüfen in eigener Zuständigkeit, ob mit einem im Ausland erworbenen Zeugnis die jeweiligen Aufnahmevoraussetzungen erfüllt sind. Dies gilt auch, wenn Sie z. B. an einer berufsbildenden Schule eine Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher, zur Pflegefachkraft, zur/zum Sozialpädagogischen Assistent/in absolvieren möchten.

Nähere Informationen zum Besuch berufsbildender Schulen finden Sie hier.

 2. Sie benötigen eine Anerkennung Ihres ausländischen Schulabschlusses, weil Sie sich z.B um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bewerben?

Wenn Sie einen Wohnsitz in Niedersachsen haben und die Anerkennung Ihres ausländischen Schulabschlussen benötigen, sich z. B. um einen Ausbildungsplatz (außerhalb einer berufsbildenden Schule) oder einen Arbeitsplatz zu bewerben, können Sie einen Antrag auf Bewertung beim Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg stellen.

Bitte verwenden Sie für die Antragstellung das bereitgestellte Antragsformular. Senden Sie den Antrag bitte ausgefüllt und unterschrieben zusammen mit folgenden Unterlagen in Papierform per Post an die im Antragsformular angegebene Adresse:

  1. Eigenhändig unterschriebene tabellarische Darstellung des schulischen Werdegangs mit genauen Angaben zur Schulbildung und gegebenenfalls zu weiteren Stationen der Ausbildung und/oder Studienzeiten

  2. Amtlich beglaubigte Kopien der Schulzeugnisse und ggf. Studiennachweise mit Fächer- und Notenübersicht in Originalsprache und als deutsche Übersetzung

  3. Identitätsnachweis (Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel)

  4. Sofern Wohnsitz in Deutschland: Meldebescheinigung

  5. Nachweis über die Namensänderung (nur wenn die Namensänderung nicht aus dem Identitätsnachweis hervorgeht), z. B. Heiratsurkunde/Familienbuch in Originalsprache und als deutsche Übersetzung

  6. Deutsche Aussiedlerinnen und Aussiedler: Ausweis gem. § 15 BVFG bzw. Bescheinigung nach 15 BVFG (Bundesvertriebenengesetz)

  7. Staatsangehörige aus dem nicht-EU-Ausland bzw. nicht-gleichgestellten Staaten, wenn noch kein Wohnsitz in Deutschland vorhanden:
    Nachweis über die Absicht in Niedersachsen eine Ausbildung beginnen zu wollen (z. B. durch Beantragung eines Einreisevisums zur Berufsausbildung, Kontaktaufnahme mit potentiellen Ausbildungsbetrieben etc.)

Amtliche Beglaubigungen erstellen Städte, Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise sowie Notare.

Für die Unterlagen in nicht-deutscher Sprache sind zusätzlich Übersetzungen in deutscher Sprache erforderlich. Für Zeugnisse in englischer, französicher oder spanischer Sprache ist keine Übersetzung erforderlich. Die Übersetzungen sind von einer/einem in Deutschland öffentlich bestellten/beeidigten Übersetzerin/Übersetzer zu erstellen oder zumindest zu bestätigen. Eine Übersicht der in Deutschland ermächtigten Übersetzerinnen und Übersetzer finden Sie online unter justiz-dolmetscher.de.

Ohne die Vorlage dieser Unterlagen ist eine Bearbeitung nicht möglich.

Für die Ausstellung einer Gleichwertigkeitsbescheinigung wird eine Gebühr in Höhe von 54 bis 100 Euro erhoben. Sie können einen Antrag auf  Befreiung von der Zahlung der Gebühr stellen, weil Sie z. B. Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes o. Ä. beziehen oder sich z.B. innerhalb eines FSJ oder dem BFD engagieren; ein entsprechender Nachweis ist in diesem Fall vorzulegen (z.B. Kopie des letzten Leistungsbescheides) - siehe Ziffer 6 des Antragsformulars.

 3. Sie möchten in Niedersachsen studieren?

Im Rahmen der Aufnahme eines Studiums erfolgt die Bewertung ausländischer Bildungsnachweise (inklusive „International Baccalaureate Diploma/Diplôme du Baccalauréat International“) durch die aufnehmenden Universitäten und Hochschulen.

Die Hochschulen sind selbst für die Bewertung der ausländischen Bildungsnachweise im Rahmen der Aufnahme zuständig. Es gilt das Studienortprinzip – nicht das Wohnortprinzip. Sofern Hochschulen in anderen Bundesländern eine Anerkennung einfordern, sind diese von den dortigen Zeugnisanerkennungsstellen (des jeweiligen Bundeslandes) zu erstellen.

Die Hochschule prüft, ob die einschlägigen Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind und ggf. bisher erbrachte Studienleistungen angerechnet werden können. Viele Universitäten haben die Vorprüfung ausländischer Bildungsnachweise an die Organisation uniassist abgegeben. Die entsprechende Webseite mit einer Auflistung der Hochschulen und Universitäten, die mit uniaassist zusammen arbeiten, finden Sie unter folgendem Link: http://www.uni-assist.de/uni-assist.html

Auf der Internetseite von Hochschulstart können Sie die Regelungen in Bezug auf die Zulassung zu einigen zulassungsbeschränkten Studiengängen (Medizin, Zahnmedizin etc.) nachlesen: http://www.hochschulstart.de/?id=3291#jfmulticontent_c18168-5

Beratung zum Antragsverfahren zur Anerkennung von Berufsqualifikationen bietet z. B. das IQ-Netzwerks Niedersachsen an: www.migrationsportal.de/angebote/migrantinnen-migranten.html

Artikelaktionen

Bearbeitet von: Anke Knoll     letzte Änderung 2021-07-16T09:21:30+02:00